Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel
Kaufleute im Einzelhandel sind in Handelsunternehmen mitunterschiedlichen Größen,Betriebsformen und Sortimentenoder als selbstständige Kaufleute tätig. Sie unterstützen Unternehmensprozesseaus betriebswirtschaftlicher und kundenorientierterSicht von der Beschaffung bis zum Verkauf.Die Verkaufstätigkeit ist der Mittelpunkt ihres kaufmännischenAufgabenfeldes. Der Verkauf der Ware erfordert ein hohes Maßan Kundenberatung, branchenspezifischen Warenkenntnissenund kommunikativen Fähigkeiten für ein optimales Verkaufsgespräch.Doch Einzelhandelskaufleute haben nicht nur mit demKunden zu tun. Sie sorgen auch für eine ansprechende Warenpräsentation,überwachen den Warenbestand und dessen Lagerung,planen notwendige Warenbestellungen und kümmern sichum die korrekte Preisauszeichnung. Für ihre Tätigkeit benötigendie Kaufleute im Einzelhandel auch betriebswirtschaftliches undverwaltungstechnisches Fachwissen. Der Umgang mit modernerbranchenüblicher Informationstechnik, wie warenwirtschafts-,scanner- und computergestützten Registrierkassensystemen istinzwischen ein wichtiger Bestandteil dieses Berufsbildes.Warenkundliche AusbildungBesonders wichtig in diesem Beruf sind warenkundliche Kenntnisse.Kunden erwarten eine individuelle Beratung, die auf einergenauen Kenntnis der Produkte, ihrer Eigenschaften, ihrer Pflegeund Funktionsweise beruht. Es wird zwischen Warensortiment, Warenbereich und Warengruppe unterschieden.Dabei kommt es darauf an, dass der Kunde über das betrieblicheWarensortiment sowie ausgewählte Warenbereiche undWarengruppen informiert und bezüglich Eigenschaften derWare, Ver- und Anwendungsmöglichkeiten (wobei ökologische,wirtschaftliche und rechtliche Aspekte zu berücksichtigen sind)beraten wird. Kaufleute sind in der Lage, sich selbstständig neueWarenkenntnisse zu beschaffen, um die Kunden stets aktuell,individuell und detailliert zu beraten.VoraussetzungenIn der Regel wird mindestens ein Hauptschulabschluss verlangt.Für Abiturienten können besondere Vereinbarungen zurVerkürzung der Ausbildungszeit und zur Kombination mit Fortbildungsabschlüssengetroffen werden. Ausschlaggebend sinddie Möglichkeiten und Angebote der Bildungseinrichtungen undder Ausbildungsbetriebe.Abgesehen von den formellen Voraussetzungen ist natürlichauch die persönliche Eignung eines Bewerbers für ein Unternehmenvon Bedeutung. Wichtige Eigenschaften und Fähigkeitenaus betrieblicher Sicht sind beispielsweise:
* Kontaktfreudigkeit
* Einfühlungsvermögen in andere Menschen
* ein ansprechendes Äußeres und gute Umgangsformen
* Sprachgewandtheit
* Verhandlungsgeschick
* Verschwiegenheit, Taktgefühl
* Denken in Zusammenhängen
* Ertragen von Stress in Arbeitsspitzen, wie z.B. im Weihnachtsgeschäft
* Rechnerische Fähigkeiten
* die Bereitschaft und Fähigkeit zur Arbeit in einem Team
Im Rahmen der betrieblichen Ausbildung werden folgende Lehrinhaltevermittelt:
Der Ausbildungsbetrieb:
* Bedeutung und Struktur des Einzelhandels
* Stellung des Ausbildungsbetriebes am Markt
* Organisation des Ausbildungsbetriebes
* Berufsbildung, Personalwirtschaft, arbeits- und sozialrechtlicheVorschriften
* Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
* Umweltschutz
Information und Kommunikation:
* Informations- und Kommunikationssysteme
* Teamarbeit und Kooperation, Arbeitsorganisation
Grundlagen von Beratung und Verkauf:
* kunden- und dienstleistungsorientiertes Verhalten
* Kommunikation mit Kunden
* Beschwerde und Reklamation
Servicebereich Kasse:
* Kassieren
* Kassenabrechnung
Marketinggrundlagen:
* Werbemaßnahmen
* Warenpräsentation
* Kundenservice
* Preisbildung
Warenwirtschaft:
* Grundlagen der Warenwirtschaft
* Bestandskontrolle, Inventur
* Wareneingang, Warenlagerung
Grundlagen des Rechnungswesens:
* Rechenvorgänge in der Praxis
* Kalkulation
Einzelhandelsprozesse:
In Ziffer 10 werden vier Wahlqualifikationseinheiten vorgegeben,wovon mindestens eine zu wählen ist. Diese Wahlqualifikationseinheitist im Ausbildungsvertrag festzuhalten.
* Warenannahme, Warenlagerung Bestandssteuerung Warenannahme und kontrolle Warenlagerung
* Beratung und Verkauf Beratungs- und Verkaufsgespräche Umtausch, Beschwerde und Reklamation Verhalten in schwierigen Gesprächssituationen
* Kasse Service an der Kasse Kassensystem und Kassieren Umtausch, Beschwerde und Reklamation
* Marketingmaßnahmen Werbung visuelle Verkaufsförderung Kundenbindung, Kundenservice
Ziffer 11 enthält eine gestufte Auswahlregel für die Wahlqualifikationendes dritten Ausbildungsjahres. Aus den WahlqualifikationenBeschaffungsorientierte Warenwirtschaft, WarenwirtschaftlicheAnalyse und Beratung, Ware, Verkauf ist mindestenseine zu wählen. Aus den dann verbleibenden Wahlqualifikationensind mindestens zwei weitere auszuwählen. Die Auswahlnimmt der Betrieb entsprechend seiner Ausbildungsmöglichkeitenund seinem Qualifikationsbedarf vor. Die gewählten Wahlqualifikationseinheitensind im Ausbildungsvertrag festzuhalten
* Beratung, Ware, Verkauf Kundenorientierte Kommunikation Konfliktlösung Warenkenntnisse in zusätzlichen Warengruppen
* Beschaffungsorientierte Warenwirtschaft Warendisposition Sortimentsgestaltung Verträge und Zahlungsbedingungen
* Warenwirtschaftliche Analyse Umsatzentwicklung Leistungskennziffern der Warenbewegung Bestandsführung
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